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"Gender Size Gap" Gruselbahn, Teil 2

Aktualisiert: 7. Nov 2019

***english version below***


++ RUNDE 1 ++

Dieser Blogpost kommt ein bisschen später als ich geplant hatte. Also eher nichts mit perfekt getimtem Roll-out, Spannungsbogen und optimaler Instagramability. Interessant wird's hoffentlich trotzdem. Hier kommt also wie angekündigt der direkte Vergleich, für den ich die einzelnen Teile staple, jeweils Mädchen- auf Jungenkleider.


Ich fange mit den Longsleeves an, und zunächst bleibt festzuhalten: Auch bei Basics darf der Print nicht fehlen. Das Jungen-Modell der Grösse 92 hat eine Brusttasche, das Mädchenshirt einen niedlichen Katzen-Print. Es hat ausserdem schmalere Ärmel und ist unter den Armen enger geschnitten. Am auffälligsten ist aber schnitttechnisch, dass das Mädchenhemd bei gleicher Grösse 4 cm kürzer ist.

Selbst wenn Jungen und Mädchen in diesem Alter (ca. 1,5 bis 2 Jahre) schon so unterschiedliche Figuren haben sollten, dass die Ärmel-Schnittführung gerechtfertigt ist, so ist es die Länge wohl eher nicht. Ich finde das eigenartig, und einen wirklichen Zweck kann ich nicht erkennen.


Die Basic Longlseeves der Größe 98/104 sind laut Hersteller für etwa zwei- bis vierjährige Kinder gemacht, und auch hier finde ich die gleichen Schnittunterschiede: Enger unter den Achseln, schmalere Ärmel, ein bis zwei Zentimeter kürzer.


++ RUNDE 2 ++

Bei T-Shirts ist die Sache etwas anders: Hier sind die Armlöcher etwa gleich weit. Allerdings ist bei den Mädchenshirts ein deutlich kürzerer Ärmel eingesetzt, und das Shirt ist absurderweise noch ein wenig tailliert. Beim Vergleich Punkte-Shirt und blaues Shirt sieht man ausserdem recht gut, dass die Schulterlinie des blauen Jungenshirts etwa 2 cm breiter gehalten ist, was beim Tragen bequemer ist. Schnittechnisch sind beide Shirts etwa ähnlich weit, sogar ähnlich lang. Mädchen-Marker sind hier die Ärmellänge und die Taillierung.

Ich habe die Vermutung, dass als Design- und Schnittformel für die Mode dreijähriger Mädchen zu gelten scheint: Entwirf etwas, das entweder körpernah oder kurz ist. Das finde ich irgendwie ärgerlich, weiss aber auch nicht so recht, warum.


Abseits von den ganz harten Prinzessinnen-Produkten finde ich nämlich zum Beispiel dieses Shirt mit den Punkten oder auch das mit dem Schnurrhaar-Herz wirklich niedlich. Ich finde es zunächst mal auch nicht schlimm, dass Kleider als Mädchenkleider zu erkennen sind. Irgendwann äussern Kinder ja auch selbst, was sie anziehen wollen, und sie entscheiden sich dann wahrscheinlich eher nicht für das, was Du gut und sinnvoll findest. Nachdenklich machen mich auch nicht unbedingt die unterschiedlichen Muster für Jungen und Mädchen, sondern eher diese strikte markt-geleitete Unterteilung, die dem zugrunde liegt. Mein Sohn sagt von dem Punkte-Hemd zum Beispiel: "Das ist für Mädchen, denn es hat Kreise", das hat er also erstaunlich deutlicher verinnerlicht als die Logik des Zähneputzens... Er sagt aber wiederum auch, dass das Katzenhemd niedlich ist und sein kleiner Bruder es behalten soll. Die einfachste Lösung ist auf jeden Fall, die vorgegebenen Zuschreibungen einfach nach Lust und Laune zu ignorieren. Vielleicht ist es auch nicht wichtig, diese Trennungen niederzureissen, als vielmehr sich mit ihnen auseinanderzusetzen und herauszufinden, was innerhalb und ausserhalb dieser Definitionen für einen selbst gilt. Klingt natürlich extrem einfach...


Was mich tatsächlich richtig ärgerlich macht, ist die Schnittführung der Mädchensachen, denn mindestens hier sollte es um Pragmatik gehen. Die Schnitte beeinflussen neben den Prints eben auch die Wahrnehmung als Mädchenkleider. Und wenn man sich die Schnitte betrachtet, merkt man, dass die gesamte Mädchen-Kollektion ohne Ausnahme der Formel "körpernah oder kurz" unterworfen ist. Dieser Aspekt ist zwar nicht so ohne weiters sichtbar wie schief grinsende Prinzessinnen oder Herzen, aber ebenso mächtig. Weniger Stoff spart Material und damit Ausgaben, und den knappen Textil-Vorgaben und Grössensystemen beugen sich tendenziell eher Frauen als Männer. Das ganze leidige Thema, das mir schon in der Erwachsenen-Mode zum Hals raushängt. Überspitzt kann man sagen: Mädchen werden schon als Dreijährige vor die Wahl gestellt, ob sie lieber Haut oder Körperform zeigen wollen. Und das alles, bevor noch ein einziges Herz oder Prinzessin aufgedruckt wurde.


Ich möchte nicht verurteilen, wenn Eltern ihren Kindern schon mit drei Jahren Rollenidentitäten mitgeben, ob man das nun bewusst oder unbewusst macht. Ich ärgere mich aber, dass Bekleidungsfirmen Mädchen schon so früh mit dieser unangenehm gender-spezifischen Einengung in Bezug auf Kleider konfrontieren:

Produktionsökonomie. Die Tendenz zu knapp geschnittener Kleidung. Frauen, die diese Kleidung hinnehmen. Die ihre Körper den Schnitten und Grössen anpassen oder zu verachten lernen. Entweder knapp oder eng tragen. Dabei ist mir ehrlich gesagt egal, ob man schon im oft zitierten Neandertal Rüschen an den Bärenpelz getackert hat, oder ob die Fast Fashion Industrie die Kundensegmentierung heute auf die Spitze getrieben hat.



++ RUNDE 3 ++

Als nächstes möchte ich Jeans miteinander vergleichen. Bei den Jungs ist die Auswahl wie bereits erwähnt doppelt so gross wie bei den Mädchen. Die Mädchen haben ausserdem zwei Modelle an Jeans-Leggings, die Jungs einige Skinny-Modelle zur Auswahl. Der direkte Vergleich erfolgt in der Grösse 104, also für Kinder von etwa drei bis vier Jahren.


Wenig überraschend: Die Mädchenjeans ist enger als die Jungenjeans. Die Mädchenjeans ist ja auch ein "super stretch" Modell, wie der Innenbund zeigt. Bei den Jeans kommt also die Design-Formel "körpernah" zur Anwendung, denn "kurz" geht in diesem Fall ja nicht. Die Hose ist sogar ein wenig länger als die Jungenhose, wie mein Sohn erstaunt feststellt. "Die ist ja für Dich zum Anziehen, Mama". Die Taschen dieser Jeans sind nbeenbei ziemlich klein und eigentlich unbrauchbar, was für eine Hose wie die Jeans eigentlich blamabel ist.


Ich sehe tatsächlich sehr viele Mädchen in meinem Umfeld eigentlich nur in Skinny Jeans oder Leggings herumlaufen. Ich kann mir vorstellen, dass sie das mögen und dass es in Pflege und Tragekomfort einfach praktische Klamotten sind. Aber ich behaupte zwei Dinge: Wenn diese Jeans WIRKLICH praktisch wären, hätten sie wohl auch brauchbare Taschen. Und: sie würden ganz sicherlich auch Jungs angezogen, oder nicht? Wahrscheinlich wären sie sogar ursprünglich Jungenbekleidung gewesen und hätten irgendwann den Weg in die Mädchenkollektionen gefunden. Ich sehe aber wirklich nie Jungen in Leggings. Schreibt mir gerne ein Feedback, wenn Ihr das anders erlebt habt.


Die Hosen finde ich übrigens ziemlich ok. Ich denke zwar auch, dass unterschwellig den Mädchen wieder etwas mitgegeben, bzw. vorenthalten wird: Eine echte Option für eine richtig weite, gemütliche Hose mit Taschen. Vielleicht habe ich aber auch nicht gründlich genug gesucht. Im Zweifel aber würde ich hier tatsächlich direkt in der Jungen-Abteilung nach Jeans suchen, bevor ich mich an den ganzen Prinzessinnen vorbei durch die Abteilung gefräst hätte.


Ein ziemlich auffälliges Detail, das man auf den Fotos nicht sieht, ist übrigens die Stoffqualität der Jeans. Die Jungen-Hosen sind allesamt aus relativ festem Denim, aber während diese schmale Mädchenjeans robust aussieht, besteht sie aus einem recht weichgewaschenem Baumwoll-Kunstfaser-Mix. Ich kann mir recht gut ausmalen, wie lange die Kniepartie dieser Hose im Vergleich zu den Jungenjeans durchhalten wird. Auch das wäre für mich ein Grund, ohne Umschweife auch für Mädchen bei den Jungenjeans zu schauen.


++ RUNDE 4 ++

Zu guter Letzt: Immerhin habe ich echt coole Mädchenshorts gefunden. Erstens sind sie etwa so weit geschnitten wie die Jungs-Shorts, und zweitens ziemlich schön designt, türkis und dunkelblau mit Papageien. Sie sind mädchenhaft, kommen aber ohne Glitzer, Prinzessinnen oder emotionale Botschaften daher. Aber auch hier finde ich einen der beiden "Mädchen-Marker": Diese Hose ist kürzer geschnitten als die Vergleichs-Hose meines Sohnes. Beide Hosen sind so geschnitten, dass man sie noch ein wenig hochkrempeln kann. Und beide Shorts-Modelle scheinen tatsächlich gleichermassen Bewegungsfreiheit und Toben zuzulassen. Aber auch hier sehe ich keinen nachvollziehbaren schnitttechnischen Grund, warum dreijährige Mädchen mehr Bein zeigen müssen als Jungen. Und dieses Paar Shorts ist nun eines der weniger offensichtlich femininen Modelle im Laden.


Als Vergleich nehme ich nämlich noch ein Paar Hot Pants mit, dass es schafft, quasi alle Mädchen-Marker des Grauens in sich vereinigen. Die Hose ist kurz UND körpernah, UND ein bisschen offensichtlich sexy ist sie dann auch noch, denn an den Beinen hat sie einen Spitzenrand, wie man im dritten Foto sehen kann.

Jetzt bin ich wirklich neugierig was das soll und ziehe darum wieder Experten-Meinung zu Rat. Ich frage mal meinen Sohn. Ob die Hose wohl für Jungen oder für Mädchen gemacht ist? Er sagt sofort: „für Mädchen.“ „Warum? Könnte doch auch für Jungen sein, oder nicht?“ „Nein! Da sind doch diese weißen Blumen!“ Glasklare Sache also für ihn. Das sind Blumen, und die gehören zu Mädchen. Immerhin: Er weiss natürlich noch nicht, dass die weißen Blumen eine Wäsche-Spitze imitieren sollen und dass es eigentlich tragisch ist, dass bei einem kleinen Mädchen Wäschespitze aus den Klamotten guckt.


Diese Hose macht mich nun wirklich wütend und traurig: Die Kindergarten-Peer Group interessiert sich nicht für Wäsche-Spitze. Die Assoziation Blumen und Mädchen ist zwar treffsicher und "gelernt" da. Wenn aber Trägerinnen und Kindergartenkumpels bezüglich Wäschespitze ahnungslos sind, für wen werden dann eigentlich Mädchenshorts mit Wäschespitze benäht? Wer schaut sich diesen Prototyp in der Designabeilung an und sagt "Diese Kleinkinder-Shorts mit Wäsche-Spitze dran sind wirklich niedlich geworden!" Denn ganz ehrlich: Würde ein kleiner Junge diese Shorts anziehen, würden vielen Eltern die Haare zu Berge stehen, und man würde ziemlich oft hören, dass "das ist nichts für Jungs" ist (was nochmal eine ganz andere Geschichte ist). Ich behaupte aber, dass auch diese Käufer ganz unterbewusst und wenn sie ganz ehrlich sind wissen, dass das eigentlich auch nichts für kleine Mädchen ist.


Seit geraumer Zeit existiert ein grosses Bewusstsein dafür, Mädchen stark zu machen, und Jungs zum Gefühl zu ermutigen. Und doch scheinen mir angesichts der Klamottenauswahl im Laden all diese Aussagen einfach nur lächerliche Lippenbekenntnisse zu sein. Dann treffe ich auf diese ganze Print-Wand aus Star Wars, Dinos, Autos, Lego-Helden, Superhelden, Feuerwehr-Helden, und ich möchte meine Söhne nicht mit aggressiven Superhelden-Idioten zuhängen. Ich könnte einfach nur kotzen und denke mir, für die Eltern von Mädchen muss das alles noch viel ätzender sein.



++ FAZIT ++

Meine Freundin mit Tochter sagt übrigens, sie stellt sich das genau andersherum schwieriger vor: Mädchen mit dreckigen Jeans und Auto-Pulli sind die Mädchen, die wir feiern. Jungs im Tüllrock hingegen haben noch einen ordentlichen Weg vor sich, bevor sie mit ihren Interessen ebenso akzeptiert werden wie Auto-Mädchen. Da muss ich meiner Freundin recht geben. Von Jungen erwartet man immer noch eine gewisse "Toughness", die man Ballettstunden nicht zutraut. Jeder der Ballettstunden hatte, lächelt über diese Annahme natürlich nur in qualvoller Erinnerung. Man hält Jungs für so tough, dass man als Erwachsener im Fernsehen ohne Hintergedanken über tanzende sechsjährige Jungs spottet, denn die können das ja ab.


Es ist nicht schön zu wissen, dass grosse Firmen mittels Gendermarketing meinen Kindern ein so rigides Menschenbild vermitteln wollen. Ich habe manchmal das Gefühl, ich habe dem nicht viel entgegenzusetzen. Ich versuche bewusst, Dinge mit weniger Motiv-Prints, dafür mehr Farben zu finden., denn auf Farben geht mien Sohn ab. Wenn Prints, dann nicht so aggressive Motive und Assoziationen. Feuerwehrautos? Sind ok. Sam, der Feuerwehrmann? I don't even know him.


Was kann man ansonsten machen?


1. Genderneutrale Klamotten zu kaufen ist sicher eine befreiende Option. Unter letclothesbeclothes findet man zum Beispiel Tips, Links und Informationen zu Labels, die nicht offensichtlich gendern und trotzdem extrem lustig und kindgerecht sind. Das finde ich gerade für Mädchen schön, denn so können sie die Erfahrung machen, dass sie sich nicht nur über niedlich oder sexy getaggte Sachen definieren müssen. Aber das steht und fällt natürlich damit, wie sehr der Nachwuchs auf genderneutrale Sachen Lust hat.


2. Ausserdem kann man sich natürlich auf der Rosa-Hellblau-Falle über die Tricks des Gendermarketing informieren. Tatsache ist in jedem Fall, dass explizit für Mädchen und Jungen vermarktete Produkte sich einfach besser verkaufen, das heisst, wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Und neben bewusstem Einkaufen den Genderhöllen-Wünschen der eigenen Kinder auch manchmal einfach nachgeben. Egal ob in rosa oder blauer Richtung.


3. Tausch-Gemeinschaften sind nicht nur nachhaltig, sie zeigen Kindern auch, dass Kleider auf verschiedenem Wege zu ihnen kommen. Sie öffnen vielleicht auch die Augen für Neues und Zufälliges. Für meinen älteren Sohn ist es recht normal, dass er Sachen trägt, die vorher einem der Nachbarskinder gehört haben. Diese Kleider gefallen ihm oft auch besonders gut, ob das nun Polohemden oder Hai-Tshirts sind, weil sie eine Art Auszeichnung durch die Vorträger haben. Er wiederum vererbt seine Sachen dem anderen Nachbarskind und seinem Bruder. Dein Kind kann also lernen, dass es Kreisläufe gibt, und wie schön es ist, wenn man aussuchen darf, ob und wer die eigenen alten Lieblingspullis bekommen soll.


4. Flohmärkte sind ohnehin toll - psychologisch gefällt mir hier aber besonders, dass die Sachen nicht wie im Handel professionell arrangiert sind, sondern nach dem Gusto der Verkaufenden. Oft stellen auch Kinder ihre alten Spielsachen aus, und die arrangieren sie so, wie sie selbst deren Wichtigkeit empfinden, und nicht wie es die Marketing-Abteilung berechnet hat. Das ist für Dich zweitrangig, für die Realität Deines Kind aber vielleicht interessant: Auch hier lernt es, dass es verschiedene Arten, Geschmäcker und Möglichkeiten gibt. Es kann in individuellen bunten Sortierungen stöbern und das suchen, was ihm gefällt. Und dabei auch ganz ungewöhnliche, für es selbst andere Dinge finden und kennenlernen. Es kann direkt mit dem Vorbesitzer sprechen, Spielsachen ohne Verpackung ausprobieren, und einer Sammlung etwas hinzufügen, das einmal jemand anderes gesammelt hat. Es kann auch abgenutzte, beschädigte Sachen gut finden und mitnehmen.


5. Immer in beide Abteilungen gehen. Eigentlich ein no-brainer, denkt man sich. Habe ich selber aber eine Zeit lang nicht gemacht, da ich wie erwähnt mit den Prinzessinnen nicht konnte und die Ausrede mit den Söhnen hatte. Irgendwann habe ich dann aber damit angefangen, weil ich die Trennung so albern fand. Ich kann nebenbei die Fragen meines Sohnes beantworten, er kann sich dort noch etwas aussuchen oder auch nicht, er kann Glitzer gut finden oder auch nicht, aber ich weiss, dass er weiss, dass wir wissen, dass die Menschen um uns herum ein Haufen Induviduen sind, die alle genau wie er und ich und sein Bruder immer wieder ihren eigenen Weg suchen wollen.


Am Ende meiner Recherche habe ich übrigens meinen Sohn gefragt, ob er für ein Foto seine eigenen Jeans und Hemd anziehen würde und danach Mädchen-Jeans und Langarmshirt zum Vergleich. Damit wollte ich eigentlich nur noch einmal zeigen, wieviel enger die sogar die recht neutralen Mädchensachen sind. Und dann wollte er gerne die Mädchenjeans behalten, weil er sie schön fand.


In your face, Gendermarketing!




***english***


++ ROUND 1 ++

This second part of the post took a bit longer than I had planned, so no perfectly timed Roll-out and optimized Instagramability, but hopefully, there's some interesting insight nonetheless. This is the direct comparison where I pile up two pieces of the same size and then compare away.

First off, the striped shirts set the mood: Even in the basics, there needs to be a cute print for the girls. The identical boy's shirt design was fitted with a little pocket. The girls shirt also has slimmer sleeves and tighter armscyes. The most obvious difference is that the girls shirt is about 4 centimeters shorter than the boys shirt.


Even if boys and girls aged 1.5 to 2 years were already so distinctively different in their shapes that the sleeve lines were justified, I am pretty sure that there's no logical explanation or deviation in body development for the difference in length.

The long-sleeved basic shirts sized 98/104 are designed for two to four-year-olds. They show the same differences in pattern: Tighter armscyes, slimmer sleeves, 2 centimeters shorter.



++ROUND 2++

T-Shirts are a bit of a different story it seems: The armscyes seem to be about the same width for both boys' and girls' models. But the girls' shirts show a remarkably shorter sleeve, and absurdly the shirt is fitted in the waist. The direct comparison also shows another detail: The shoulder line of the boys' shirt is about 2 centimeters wider than that of the girls' shirt, making the former more comfortable to wear. Both shirts are about the same in length and similar in width. The obvious girls' markers in this case are the fitted waist and the sleeve length.


I have the theory that the design process for three year old girls' fashion follows the formula "make it either short or tight." I'm somehow annoyed by this, but I'm not sure why.


Because aside from the super hardcore princess products I actually do think this shirt is cute, as well as the striped long sleeve with the kitty heart. In principle, I don't mind that clothes are obviously designed for girls. At some point sooner rather than later your kids will pick their own stuff, and it will probably be pretty far from the stuff you would have picked for them. It's not the stark difference in prints for boys and girls that get to me, but rather the underlying separation. My son commeted on the dotted shirt and said: "This shirt is for girls, because there are circles on it". It seems this was a lot more locigal to him than, say, brushing his teeth... Yet he also says that the kitty shirt is very cute and he would like to keep it for his little brother. So while he internalized the gendered design, it really doesn't mean all that much to him. I guess the simplest solution would probably be to ignore the default attributions at our own convenience. Maybe it's not about ignoring gender stereotypes altogether in favor of gender-neutral apparel, but rather accepting the stereotypes while also accepting whatever the crap our kids decide to embrace for themselves. Easier said than done I guess.


What really does upset me is the pattern design of the girls clothes, because if nowhere else in girls apparel, at least this is where I'd hope for function-over-form. Because the patterns also make up for your perception of girls clothes, be it at a more subtle rate. Yet if you look at the patterns, you can't but notice that all design has been submitted to the formula "either short or tight". It's not as easily visible as weird looking princesses or hearts, but just as powerful. Less fabric saves material, and thereby saves expenses; the skimpy textile regime and fashion economics are followed by women more readily rather than by men. All the annoying side facts and production details that already have me up in arms in women's apparel are right there again in the girls' department. Basically girls are already primed at three years old to decide whether they'd prefer to show their skin or their figure. And this precedes the decision of whether to print a princess or a heart on the shirt.


I don't want to judge parents that pass down role identities on their children, be it deliberatly or not. I just get angry that apparel companies confront girls so young with the uncomfortably gender-related expectations and realities regarding apparel: The tight and narrow production economics visible in tight and narrow clothing. Women who accept these clothes and fashion dictates. Women who either try to fit into the patterns and sizing, or learn to despise their bodies. Who wear either short or tight. I honestly don't care whether women have already glue-gunned ruffles on bear skins when humans lived in caves, or whether the Fast Fashion industry has gone absolutely insane regarding customer segmentation. It just makes me angry.


++ ROUND 3 ++

Next up are jeans in a size 104 for kids aged about three to four years old. The boys have twice as many models to pick from, among them some skinny jeans, while the girls can also choose among some jeans leggings.


Not surprising: The girls jeans are a bit tighter than the boys' jeans. But as the waistband gives it away, the girls jeans are advertized as a "super stretch" model. The jeans follow the "tight" requirement, as "short" of course does not work in this case. These jeans are in fact a little bit longer than my son's comparison jeans, as he remarks in astonishment: "These are for you to wear, mom!"

The pockets are a tiny joke and turn out to be completely unusable. My son can't even fit his hand in it, which if you think about it, is really embarrassing for a pair of jeans.


I really notice a lot of little girls in my mommy surroundings wearing either skinny jeans or leggings. I can imagine that these girls and their parents appreciate the convenience and comfort, as well as the easy care of these clothes. But honestly, if these were REALLY practical clothes: First they'd have useful pockets, right? Second: You'd have absolutely no second thoughts putting them on boys as well. In fact, they would probably have started out as boys apparel and then make their way into the girls department. But I never see boys in leggings. Please feedback me if you have.


I do by the way think the jeans are totally ok. Yes, there is that feeling again that girls are burndeed with something, or rather that something is withheld from them: There's no real option for a wideleg, sturdy, comfy pair of jeans featuring decent pockets. But maybe I didn't look hard enough. In case of doubt I would probably head right into the boys department for a pair of jeans, before waltzing past all those princesses in the girls department.


A very obvious detail not visible in the pictures by the way is the fabric quality of the girls jeans. The boys jeans are made of a relatively robust denim, sometimes mixed with a bit of spandex for comfort. But while the girls jeans look robust, it is made from a very soft and mixed-down cotton-synthetic denim. I can imagine how long these jeans' knees will last compared to a boys pair of jeans. This too would be reason enough for me to go look in the boys department.



++ ROUND 4 ++

At lest I found some really cool girls shorts. For one, they're cut about as wide as the boys shorts, if not a bit wider. They also feature a pretty nice parrot print with tropical leaves and nice colors. They're girlish, but they come without a hint of glitter, princesses or emotional text. Its most typical girls marker is its length, being about 2,5 centimeters shorter than my son's shorts. Both shorts are patterned to be rolled up a little, and both shorts seem to allow for extended play and jumping around, which is great. Yet there's no discernible reason why the girls shorts should show more leg than the boys shorts. And just to mention it again, this pair of girls shorts really was among the less obvious girl stuff in the collection.


The more obvious choice would probably be the pair of Hot Pants I also pick up for comparison, unifying in its design the trinity of girls fashion markers of hell, if you will: They are short AND tight AND a bit sexy as well, because there's a fringe of cotton lace on the pant leg, as you can see in the third picture.


lowersNow I need expert opinion, so I ask my son whether these are boys or girls pants. "Girls' pants", he shoots. "Why? Could also be pants for little boys, right?" "No mum, look at the little flowers!" So to him it's pretty clear: there are flowers and flowers are for girls. What he doesn't know is that the white flowers are meant to imitate the lace on women's underwear, and that a pair of laced hot pants are actually quite a tragic look for a little girl.


These hot pants make me really angry and sad at the same time. The kindergarten peer group does not even really know or care about laced underwear. There's an association, albeit learned, of flowers and girls. But if the little wearers and kindergarten buddies are oblivious to the deeper meaning of lace on pants, who is the actual target group for laced girls shorts? Who designs this? Who looks at the prototype and says: "These laced toddler hot pants turned out really cute!" Let's be honest: If a little boy were to put on these shorts, a lot of parents would probably be horrified, and a lot of times you'd hear: "These are not for boys" (which would turn us to an entirely different can of problems). What I really do hope is that these parents somewhere deep inside know that these hot pants aren't really for little girls either.


There's been quite an effort to encourage girls to be strong and boys to voice their emotions. But all of that seems like ridiculous lip service once you step into a children's clothing store. You run into the wall of Star Wars, Dinosaurs, cars, Lego heroes, superheroes, firefighter heroes, and I really don't want to tag my sons up and down with all those aggressive superhero messages. I really want to smash things and yet I think this must be so much more terrible for girls' parents.



++ CONCLUSION ++

My friend with a actually thinks the other way around must be harder: Girls with rugged jeans and car sweaters daughter are the girls we celebrate, but boys in tutus are fair game to mock and still have a long path ahead of them before their unexpected interests are taken just as seriously as the girls'. I do agree with my friend. There's still a certain "toughness" expected of boys, and it's hard to imagine they could train that through ballet lessons (which everyone with a bit of ballet training on their back will surely snort with laughter about, by the way). Society is so convinced of the toughness of boys that adults will see no harm in mocking little boys for their dancing lessons on public television, because apparently they can take the heat, or they should definitely learn to.


It is not very nice to imagine the kind of a human concept and role ideals that huge companies are striving to teach my sons. I sometimes feel like I my power to teach them alternatives is very limited. I try to look for things with less motive prints and more colors, because my elder son absolutely loves colors. If there are prints, I try to go for less aggressive motives and connotations. Fire trucks? Ok. Sam, the fireman? I don't even know him.

What are other things you could do?


1. Gender neutral clothes are a nice enough idea in theory. letclothesbeclothes for example has information and links to labels who design fun yet less obviously gendered kids apparel. Thais especially nice for girls because they can learn thet they can seek stuff that defines them beyond cute, short or tight. Of course this stuff only works if your kids like it. And I personally think going strictly neutral is not the solution to teach kids about people, individuality, and choice.


2. There's always the possibility to educate yourself about the secrets of gendered marketing, such as Rosa-Hellblau-Falle (german-speaking community). It is definitely a fact that products explicitly marketed to boys or girls simply sell better, so we consequently should need to point at ourselves and not the companies to look for remedy. It also means that next to consciously buying kids' stuff we should also just give in to our kids whish list from gender hell once in a while, be it the blue or the pink kind of hell.


3. Swap communitites are not only sustainable, they also teach kids that stuff comes their way in more ways than just shopping. They also might open their eyes for new and randomly encountered things. My son wears a lot of stuff given to him by two of our neighbors - they always hand down excellent clothes, and he likes to wear them because it's a mix of shark jackets and polo shirts. He likes to wear the clothes because he thinks both boys (who are one and two years older) are very cool, so the clothes have a certain seal of approval, and he especially likes the elder friend's nerdier stuff. We on the other hand give his clothes to his little brother and the other neighbors' kid who is around two, so there is a real circle of clothes. Swap communiteies especially among friends can teach your kid that there are circular flows of apparel, and that it is nice to chosse who to gift your old favorite sweater to.


4. Flea markets are great anyway, but I especially love the sales psychology when it comes to kids stuff and toys - these things aren't arranged professionally the way they are in a store, but rather the way the seller sets up their stand. There are a lot of kids selling their old toys, which they arrange according to colors, size, or individual appraisal, and not according to gender marketing research. That might sound rather irrelevant to you, but this too will influence how your child views the things companies want to sell to him or her: Your kid will learn about various tastes and possibilities. They can rummage through individual sortings of clothes or trinkets and seek what they like. It can stumble over unexpected treasures. It can talk to the previous owner, boy or girl, test toys without the packaging, complete a collection with an object that someone else had been collecting. It can fall in love with and take home hackneyed, flawed or incomplete objects.


5. Check out both departments Absolute no-brainer. But honestly, I didn't do this for a long time because I have two boys and (as mentioned) didn't deal well with the princess overload. But at some point I thought the divide was super ridiculous and and started to check out the girls stuff with my boys too. I can answer my son's questions about unicorns and princesses, he can select something he likes or not, he can like glitter or not, and I know that he knows that we know, that everyone around us, like him and me and his little brother, are individual people trying to act according to the beat of their own drummer.


At the end of my research I asked my son if I could capture him wearing his own Jeans and tee and then the girls' jeans and tee. I really just wanted to show the difference in the fit of clothing. And then he all of a sudden said he'd like to keep the girls jeans because they're super comfy.


In your face, Gender Marketing!

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